Tallit

Neben den beiden Gebetsriemen, den Tefillin,  gehört auch der Gebetsmantel, der Tallit, zu den rituellen Gegenständen im Gottesdienst.

Der Tallit besteht aus einem hellen, viereckigen Tuch. Manchmal ist er mit Streifen verziert, manchmal sehr schlicht gehalten.

Aber nicht sein Aussehen ist entscheidend, sondern in den ‚Fransen’, den Zizit, die an seinen vier Ecken angebracht sind, liegt seine Besonderheit. Denn jede dieser Quasten wurde aus vier Fäden geknüpft und insgesamt ergeben sich dadurch genau 613 Knoten. Die Zahl 613 wurde natürlich nicht zufällig gewählt, sondern entspricht genau den 613 Mitzwot, also den Ge- und Verboten im Judentum. Wie ein ‚Knoten im Taschentuch’ sollen die Zizijot den Juden an die Einhaltung der einzelnen Mitzwot erinnern. So wird also zu jedem Morgengebet, ob in der Synagoge oder zuhause, der Tallit über den Kopf gelegt und symbolisiert damit, dass man nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Kopf ‚bei der Sache’ ist.

Der Tallit ist ein sehr persönlicher religiöser Gegenstand: das erste Mal in seinem Leben darf ein jüdischer Junge (s)einen Tallit bei seiner Bar Mitzwa tragen-  und am Ende seines Lebens wird er mit ihm bestattet. Der Tallit begleitet einen Juden also sein Leben lang, genau wie die Gebote, an die er denken soll.

In liberalen Gemeinden tragen auch Mädchen ab der Bat Mitzwa und Frauen einen Tallit tragen.

Marieke Leutenberger

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